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ASTRAZENECA IMPFUNG

AstraZeneca - ein guter Impfstoff

Nach öffentlichen Äußerungen von Ärzten, Schlagzeilen in der Zeitung und Beiträgen in Funk und Fernsehen besteht eine große Unsicherheit in der Bevölkerung, was den Impfstoff von AstraZeneca angeht. Die geht sogar so weit, dass viele Menschen, die einen Impftermin bekommen, die Impfung ablehnen, weil sie auf den mRNA-Impfstoff von BioNTech oder Moderna warten wollen. Statt so schnell wie möglich die Bevölkerung zu großen Teilen zu Impfen, sind die Impfzentren teilweise fast leer, wenn der BioNTech-Impfstoff verimpft ist, obwohl noch hunderte AstraZeneca-Impfungen vor Ort sind. Die werden jedoch von vielen angefragten Personen abgelehnt.

Diese Ängste müssen für das Ziel einer zeitnahen Normalisierung des Alltags dringend abgebaut werden. Das soll dieser Artikel tun.

1. Der Impfstoff von AstraZeneca schützt vor schweren Verläufen und Todesfällen.

In keiner der Studien mit AstraZeneca mussten Patienten, die eine Impfung erhalten hatten mit schweren Covid-19-Verläufen ins Krankenhaus oder sind an AstraZeneca verstorben. Die wichtigste Anforderung eines Impfstoffes erfüllt der Impfstoff von AstraZeneca also sehr gut.

(Paul-Ehrlich-Institut - Meldungen - Sicherheit und Wirksamkeit des COVID-19-Impfstoffs AstraZeneca (pei.de))

AstraZeneca: Kein Impfstoff zweiter Klasse | ZEIT ONLINE

2. Die Wirksamkeit kann bei langem Intervall über 80% betragen

Nachdem die Wirksamkeit zunächst mit 64% angegeben war, zeigen neue Studien deutlich bessere Daten. Wenn die zweite Impfung mindestens 12 Wochen nach der ersten Impfung gegeben wird, steigt die Wirksamkeit auf 81%. Die bisherigen Empfehlungen waren, die zweite Dosis nach 9-12 Wochen zu impfen, die wird aber voraussichtlich verändert werden.

COVID-19: Längeres Dosierungs­intervall scheint Wirkung von... (aerzteblatt.de)

Astra-Zeneca-Impfstoff: Drei Monate Impfabstand besser als sechs Wochen | PZ – Pharmazeutische Zeitung (pharmazeutische-zeitung.de)

3. Er verringert das Risiko von Ansteckungen

Genau wie bei den mRNA-Impfstoffen lassen die Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen darauf schließen, dass die Übertragung des Virus von einer Person auf die andere deutlich reduziert, vielleicht sogar verhindert wird.

Astrazeneca-Impfstoff wirkt wohl gegen Virus-Übertragung - Panorama - SZ.de (sueddeutsche.de)

4. Er wirkt auch gegen Mutationen

Ein weiteres wichtiges Argument gegen AstraZeneca waren die Ergebnisse der Studie in Südafrika. Hier zeigte sich, dass die Impfung nur zu 21,9% gegen leichte und moderate Verläufe schützte. Aber keiner aus der Gruppe der Geimpften hatte einen schweren Verlauf und musste ins Krankenhaus oder ist gestorben. Das heißt, die Impfung schützt zwar schwächer, aber eben nicht garnicht. Und das ist doch der wichtigste Punkt einer Impfung: Schutz vor schwerer Krankheit und Tod. Auch die Grippe-Impfung schützt nicht gegen jegliche Infektion, sondern eben nur gegen schwere Verläufe. Bei der Großbritannien-Variante konnte kein Unterschied in der Wirksamkeit festgestellt werden. Und das ist die Variante, die in Europa auf dem Vormarsch ist. Die Südafrika-Variante macht hierzulande nur einen sehr kleinen Teil der Infektionen aus.

 

Wer das Ergebnis genauer verstehen will: In der Studie wurden 750 Patienten nach der Impfung mit 717 Patienten ohne Impfung verglichen. Ob die Geimpften bereits beide Dosen oder nur eine erhalten hatten, ist dabei unklar. In diesen Gruppen wurde nun die Anzahl an leichten und mittelschweren Erkrankungen verglichen. 23 Patienten in der Placebo-Gruppe (3,2%), 19 Patienten in der Impfgruppe (2,5%). Das klingt wie ein nur kleiner Unterschied, bedeutet aber einen Schutzwert (Vaccine-Efficacy) von 21,9% gegen leichte und mittelschwere Erkrankungen. Genaue Aussagen zu schweren Verläufen lassen sich aufgrund der kleinen Anzahl an Probanden noch nicht machen, die Ergebnisse lassen aber vermuten, dass der Schutz dagegen gut ist.

Außerdem ist der Gesundheitsgrad der Studienteilnehmer zu beachten. 45% der Teilnehmer sind Raucher, deutlich mehr als in Europa. Und Südafrika ist einfach ein ärmeres Land, die Grundkonstitution der Bevölkerung ist insgesamt schlechter als bei uns. Auch das muss bedacht werden, wenn man die Ergebnisse interpretiert.

COVID-19-Impfstoff von Astrazeneca schützt auch vor der britischen... (aerzteblatt.de)

5. Der T-Zell-vermittelte Teil der Immunantwort ist nicht schwächer

Während die Antikörper-Antwort vor allem bei der Südafrika-Variante abgeschwächt ist, und deshalb auch die leichten Erkrankungen auftreten, ist ein zweiter Teil der Immunantwort unbeeinträchtigt: Die T-Zellen.

T-Zellen erkennen vereinfacht gesagt das Virus wieder, sie „erinnern“ sich daran. Dann werden andere Zellen des Immunsystems „aufgeweckt“ die wiederum eine Extraportion Antikörper produzieren, wieder andere T-Zellen zerstören befallene Zellen und verhindern so die schnelle Ausbreitung und Vermehrung. So kommt es zwar zunächst zu einer leichten Erkrankung, die T-Zell-vermittelte Immunantwort verhindert aber einen schweren Verlauf. Und diese T-Zell-Immunität trifft auch die Mutationen des Virus.

(76) Coronavirus-Update: AstraZeneca-Impfstoff besser als sein Ruf | NDR.de - Nachrichten - NDR Info

6. Warum ist er für über 65-jährige nicht zugelassen?

Für die Zulassung in der EU gelten sehr strenge Standards. In den Studien waren nicht ausreichend Daten zu Patienten in dieser Altersgruppe vorhanden, deshalb erfolgte die Zulassung nur für Jüngere. In Großbritannien, wo auch alte Menschen mit dem Vakzin geimpft werden, zeigt sich eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit auch in dieser Altersgruppe.

Corona-Impfstoff von Astra Zeneca: AZD1222 erzeugt robuste Immunität auch bei Senioren (deutsche-apotheker-zeitung.de)

7. Die Nebenwirkungen sind nicht außergewöhnlich

Nach Impfung mit AstraZeneca treten häufig Impfreaktionen auf. Diese spiegeln die Reaktion des Körpers auf den Impfstoff wider, man könnte sagen, man sieht das Immunsystem bei der Arbeit. Diese Impfreaktionen reichen von Druckschmerzen und Schwellung an der Injektionsstelle Kopfschmerzen über Gliederschmerzen, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl. Die Symptome sind von kurzer Dauer, in den meisten Fällen verschwinden sie im Laufe des Folgetages wieder, selten erst am zweiten Tag.

Nebenwirkungen bei Impfungen sind nicht außergewöhnlich oder beunruhigend, nur für die Dauer des Vorliegens unangenehm.

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